NABU-Thema im Juli: Wasser für unsere Tiere

Trockenheit durch Klimawandel

Heiße Sommer mit langen Trockenperioden kommen bei uns in Mitteleuropa immer häufiger vor. Durch den Klimawandel steigen die Temperaturen, während gleichzeitig vielerorts weniger Regen fällt oder Niederschläge ungleichmäßiger verteilt sind. Dadurch trocknen Pfützen, Bäche und kleine Teiche schneller aus. Auch Böden verlieren Feuchtigkeit, sodass Pflanzen weniger Wasser speichern können. Aber nicht nur die Pflanzen leiden: Für viele Wildtiere bedeutet dies einen zunehmenden Mangel an Trinkwasser und Nahrung.

© NABU / Christine Kuchem

Den Tieren fehlt Wasser

Die Folgen des Wassermangels sind für viele heimische Tierarten bedrohlich: Säugetiere wie Hasen, Igel, Eichhörnchen oder Füchse müssen oft weite Strecken zurücklegen, um Wasser zu finden. Das kostet Zeit und Energie und erhöht das Risiko, dem Straßenverkehr zum Opfer zu fallen. Vögel leiden ebenfalls unter der Trockenheit: Sie benötigen Wasser nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Baden, denn ein sauberes Gefieder schützt vor Hitze und Parasiten. Fehlen Wasserstellen, können besonders Jungvögel geschwächt werden. Auch Insekten sind betroffen: Bienen, Hummeln und Schmetterlinge brauchen Wasser, um ihren Flüssigkeitshaushalt aufrechtzuerhalten. Trocknen Blüten schneller aus, finden sie außerdem weniger Nektar. Libellen und viele andere Insektenarten sind zusätzlich darauf angewiesen, dass Gewässer nicht austrocknen, da sich ihre Larven im Wasser entwickeln. Dasselbe gilt für viele Amphibien.

© Miriam Link

Nicht alle trinken

Übrigens: Nicht alle heimischen Tiere trinken regelmäßig Wasser! Manche von ihnen decken ihren Flüssigkeitsbedarf überwiegend über die Nahrung. So nehmen viele Raupen, Blattläuse und Schnecken Wasser direkt aus frischen Pflanzen auf und viele Spinnen und andere kleine Wirbellose gewinnen ausreichend Flüssigkeit aus ihrer Beute oder aus Tau auf Blättern. Selbst einige größere Tiere trinken selten oder nie: So stillt das Rebhuhn, der Vogel des Jahres 2026, seinen Wasserbedarf weitgehend über Pflanzensäfte. Deshalb ist eine vielfältige und gut bewässerte Pflanzenwelt ebenfalls wichtig, um Tieren in trockenen Sommern das Überleben zu erleichtern.

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Wasserstellen im Garten

Die weite Landschaft kann der Einzelne nicht gestalten, doch jeder kann im eigenen Garten, auf dem Balkon oder im Wohnumfeld dazu beitragen, Wildtieren in Hitzeperioden das Überleben zu erleichtern. Bereits eine flache Wasserschale kann für viele Tiere eine wertvolle Hilfe sein. Geeignet sind Untersetzer oder Schalen aus Ton, Keramik oder Stein, die sich in der Sonne nicht so stark aufheizen wie Metall. Hellfarbige Gefäße heizen sich weniger schnell auf als dunkle und sind leichter sauber zu halten. Das Wasser sollte möglichst täglich erneuert und die Schale regelmäßig mit einer Bürste gereinigt werden. So wird verhindert, dass sich Krankheitserreger oder Algen vermehren. Reinigungsmittel sind dabei nicht notwendig und sollten auch nicht verwendet werden, um die trinkenden Tiere nicht mit deren Rückständen zu vergiften.

© NABU / Jan Piecha

Landeplätze und Rettungsinseln

Besonders wichtig ist die sichere Gestaltung einer Wasserstelle: Für Insekten empfiehlt es sich, Kies, kleine Steine, Holzstücke oder Kork in die Schale zu legen. Dadurch schaffen Sie Landeplätze und „Rettungsinseln“ und verhindern damit, dass Bienen, Hummeln, Schwebfliegen oder Schmetterlinge im Wasser ertrinken. Zudem ist ein flacher Einstieg sinnvoll – auch für kleine Säugetiere.

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Sicherheit vor Räubern

Vögel nutzen Wasser nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Baden. Dabei sind sie jedoch besonders aufmerksam, denn im Wasser können sie Gefahren oft erst spät erkennen. Katzen sind die häufigsten Räuber im Siedlungsbereich, aber auch Waschbären, Marder oder Greifvögel nutzen Wasserstellen gelegentlich, um Beute zu machen. Deshalb sollte eine Vogeltränke niemals unmittelbar neben dichten Hecken, hohen Gräsern oder Sträuchern stehen, aus denen sich ein Räuber unbemerkt anschleichen kann. Gleichzeitig benötigen Vögel in der Nähe Büsche oder Bäume, in die sie bei Gefahr schnell flüchten können. Ideal ist daher ein gut einsehbarer Standort mit einigen Metern Abstand zu möglichen Verstecken für Katzen und andere Räuber, während geeignete Sitz- und Fluchtmöglichkeiten in erreichbarer Nähe vorhanden sind. Eine interessante Alternative sind übrigens sogenannte Wasserautomaten aus der Ziervogel- und der Hühnerhaltung: Sie können frei an Baumästen aufgehängt werden und bieten dadurch eine vor Räubern und Verschmutzung sichere Wasserversorgung. Natürlich kann man auch eine flache Schale an Schnüren aufhängen oder auf ein klettersicheres Podest setzen.

© NABU / Sebastian Hennigs

Amphibien brauchen Verstecke

Auch Amphibien wie Frösche, Kröten oder Molche profitieren von Wasserangeboten, allerdings unterscheiden sich ihre Ansprüche von denen der Vögel. Kleine Gartenteiche oder flache Feuchtstellen können ihnen als Lebensraum dienen, wenn sie naturnah gestaltet werden. Wichtig sind flache Uferzonen oder eingelegte Steine und Äste, damit Tiere jederzeit sicher ein- und aussteigen können. Amphibien sind an Wasserstellen ebenfalls durch Räuber gefährdet. Eine abwechslungsreiche Gartengestaltung mit natürlichen Versteckmöglichkeiten wie Totholz, Laubhaufen oder dichter Bodenvegetation in etwas Abstand zum Wasser bietet ihnen Schutz, ohne dass Räuber direkt an der Wasserstelle Deckung finden.

© Bernhard Schubert

Todesfallen entschärfen

Bitte beachten Sie auch die im Garten bereits vorhandenen Gefäße, in denen Tiere Wasser suchen: Steilwandige Übertöpfe, gefüllte Gießkannen oder tiefe Eimer sollten niemals offen stehen bleiben, um nicht zu Todesfallen für durstige Tiere zu werden! Dass auf jede Regentonne ein Deckel gehört, hat sich zum Glück herumgesprochen.

© Miriam Link

Gartengestaltung einbeziehen

Feuchtigkeit spenden nicht nur Wasserstellen alleine: Eine nachhaltige Hilfe für Tiere und Pflanzen besteht darin, den Garten insgesamt möglichst naturnah zu gestalten. Heimische Bäume, Sträucher und Wildblumen bieten Nahrung, Schatten und Rückzugsorte. Mulchschichten und eine dichte Bepflanzung helfen, die Feuchtigkeit im Boden länger zu halten. Wer auf giftige Spritzmittel verzichtet, schützt nicht nur Insekten, sondern erhält auch die Nahrungsgrundlage vieler Vögel und anderer Tiere.

Gar nicht so schwer!

Sie sehen: Mit einfachen und billigen Maßnahmen wie ein paar kleinen Wasserstellen und etwas schattiger Unordnung in Ihrem Garten können Sie unserer durstigen Tierwelt wirksam Hilfe leisten.

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