NABU-Thema des Monats

- jeden Monat neu -
Einmal monatlich veröffentlicht der NABU Rhein-Lahn einen selbstverfassten Beitrag zu Themen des Umwelt- und Naturschutzes in den wöchentlichen Amtsblättern der Verbandsgemeinden des Rhein-Lahn-Kreises. An dieser Stelle finden Sie den jeweils jüngsten Text.

 

September 2019:  Kohlendioxid

Es könnte das Wort des Jahres werden: „Kohlendioxid“. Über kaum einen anderen Stoff wird in dieser Heftigkeit diskutiert und gestritten. Viele Menschen beängstigt der Klimawandel, manche zweifeln aber auch: Ist es nicht so, dass die Natur für 97% der CO2-Emissionen, wir Menschen aber nur für 3% verantwortlich sind? Gab es denn nicht schon immer Klimaschwankungen? Ist denn Kohlendioxid überhaupt ein problematisches Treibhausgas?

Ja, es stimmt, dass der natürliche Ausstoß an Kohlendioxid 97% ausmacht. Aber diese Menge wird in einem Kreislauf durch Pflanzen und Wasser wieder aufgenommen, sodass der natürliche Nettoausstoß bei praktisch 0% liegt und allein der Mensch für den CO2-Anstieg in der Atmosphäre verantwortlich ist. Niemand bestreitet, dass seit der industriellen Revolution der CO2-Gehalt von 280 auf 400 ppm (parts per million) zugenommen hat, was einem Anstieg von über 40% entspricht. Die genannten „3%“ sind somit die falsche Bezugsgröße.

Ja, es stimmt, Klimaschwankungen hat es schon immer gegeben. Und sie haben immer zu dramatischen Veränderungen der Lebensbedingungen geführt, an die sich viele Arten nicht anpassen konnten. In den letzten 500 Millionen Jahren wurde das Leben auf der Erde fünfmal fast ausgelöscht. Ursachen waren Phänomene wie Klimawandel, eine extreme Eiszeit, Vulkanausbrüche und Meteoriten. Es deutet nun alles darauf hin, dass ein sechstes Massenaussterben gerade eingeleitet wurde. Und dieses hat weder geologische noch kosmische Ursachen.

Ja, es stimmt, dass einige wenige Fachleute die Treibhauswirkung von Kohlendioxid leugnen. Verwunderlich ist aber, dass diese seit über hundert Jahren in der Wissenschaft bekannte und im Schülerexperiment leicht nachweisbare Treibhauswirkung erst in den letzten 10 Jahren angezweifelt wird. Einige Politiker versteigen sich sogar zu der Auffassung, dass mehr CO2 produziert werden müsse, damit die Pflanzen besser wachsen können und verschweigen dabei, dass Wasser, Böden und seltene Elemente wie Phosphor die begrenzenden Faktoren sind.

Ja, es stimmt, Deutschland ist mit lediglich 2% am weltweiten Kohlendioxidausstoß beteiligt. Jedoch stammt ein Großteil unserer Rohstoffe und Konsumgüter aus anderen Ländern und die dadurch verursachten Emissionen werden nicht uns zugerechnet.

Und ja, Atomkraft produziert weniger Kohlendioxid, jedoch ist sie nicht CO2-frei. Der Grund sind viele vor- und nachgelagerte Produtionsprozesse. Überdies kann Atomenergie keine Alternative sein, weil die sichere Lagerung des strahlenden Mülls offensichtlich nicht möglich und Uran außerdem ein seltenes Element ist. Kernenergie ist damit kein nachhaltiger Ersatz für fossile Brennstoffe.

Anpassungsprozesse sind dringend notwenig. Je früher wir damit beginnen, umso eher können Umstellungen bewältigt werden, moderne Technologien Wettbewerbsvorteile begründen und Arbeitsplätze sichern. Und man sollte nicht auf andere Länder oder die Politiker im eigenen Lande warten, sondern selbst und sofort beginnen, gemäß dem Motto: Montags bis sonntags for future!

 

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